Dichtheitsprüfung


Durch den Paragraphen 61a des Landeswassergesetzes NRW werden die Grundstückseigentümer verpflichtet, ihre Abwassergrundleitungen und –bauwerke (Schächte, Pumpensümpfe etc.) bis spätestens zum 31.12.2015 auf Dichtheit prüfen zu lassen.


Für die Eigentümer ergibt sich hieraus eine Vielzahl von Fragen:


1. Welche Leitungen müssen geprüft werden?

Es müssen alle erdverlegten Abwasserleitungen (Hausanschluss- und Grundleitungen) auf privaten Grundstücken überprüft werden, durch die Schmutz- oder Mischwasser (mit Regenwasser vermischtes Schmutzwasser) fließen. Hierzu gehören auch Revisionsschächte mit offenem Gerinne. Regenwasserleitungen müssen nur geprüft werden, wenn sie an eine Mischwasserleitung angeschlossen sind und theoretisch ein Rückstau in die Regenwasserleitung möglich wäre. Dies sollte vorher mit der zuständigen Stadt oder Kommune abgeklärt werden.


2. Müssen Schächte auch geprüft werden?

Es sind alle Bestandteile der Grundstücksentwässerungsanlage zu prüfen, sowohl natürlich die Leitungen, als auch Kontroll-/Übergabeschächte mit offenem Gerinne, Reinigungsöffnungen, Pumpensümpfe, Hauskläranlagen, Abwassersammelgruben usw.


3. Welche Fristen gelten?

Grundsätzlich müssen die Grundstückseigentümer die Dichtheitsprüfung spätestens bis zum 31.12.2015 durchgeführt haben. Hiervon muss bzw. kann die Stadt oder Kommune Ausnahmen per Satzung zulassen. Neu gebaute Kanäle müssen sofort geprüft werden. Wiederholungsprüfungen sind alle 20 Jahre durchzuführen. In Wasserschutzgebieten sind kürzere Fristen für die Erst- und Wiederholungsprüfungen vorgeschrieben. Außerdem müssen hier in vorgeschriebenen Abständen Zwischenprüfungen durchgeführt werden.

Grundsätzlich können die zuständigen Behörden in ihren Satzungen abweichende Fristen festlegen.


4. Welcher Zeitpunkt der Prüfung ist empfehlenswert?

Es ist sicher zweckmäßig, wenn man nicht bis zum Ablauf der vorgeschriebenen Frist wartet. Man sollte bedenken, dass vor Ablauf der Frist eventuell auch noch eine Sanierung und eine erneute Prüfung der Leitungen durchgeführt werden muss. Je näher der Frist-Termin rückt, umso mehr betroffene Grundstückseigentümer werden das gleiche Problem haben. Die Folge wird sein, dass die Kapazitäten von Fachfirmen sehr begrenzt sein werden und daher die Preise steigen.


5. Was können Grundstückseigentümer tun, um die Kosten zu verringern?

  • Planunterlagen der Leitungsverläufe bereithalten oder beim Bauamt beschaffen 
  • Selbst nach Schächten, Bodenzuläufen, Revisionsöffnungen etc. suchen und diese zugänglich machen 
  • Gemeinschaften mit den Nachbarn bilden. Durch Sammelaufträge mit gleichzeitiger Beauftragung mehrerer Objektprüfungen können Preisvorteile erzielt werden. 
  • Den Zeitpunkt der Prüfung mit anderen notwendigen Baumaßnahmen
    koordinieren

6. Welche Prüfmethoden sind zulässig

  • Kamerauntersuchung nach DIN 1986 Teil 30 (nicht bei Neubauten oder sanierten Leitungen) 
  • Dichtheitsprüfung mit Luft- oder Wasserdruck bei bestehenden Abwasserleitungen und Schächten nach ATV-M 143 Teil 6 
  • Dichtheitsprüfung mit Luft- oder Wasserdruck bei neuen bzw. sanierten Abwasserleitungen und Schächten nach DIN EN 1610 bzw. Arbeitsblatt DWA-A 139 
  • Dichtheitsprüfung mit Luft- oder Wasserdruck bei Abwasserleitungen und Schächten in Wasserschutzgebieten nach ATV-DVWK-A 142 Die Mehrzahl der zuständigen Städte und Kommunen sieht eine TV-Inspektion für die Beurteilung der Dichtheit eines Kanals als ausreichend an. Falls keine Möglichkeit besteht eine Kanalkamera in den zu prüfenden Kanalabschnitt einzusetzen, muss eine Revisionsöffnung oder ein Schacht hergestellt werden. Sollte bei der TV-Inspektion keine eindeutige Aussage über die Dichtheit der Abwasserohre gemacht werden können oder eine Untersuchung aus technischen Gründen nicht möglich sein, muss eine Prüfung mit Wasser oder Luftdruck erfolgen.

7. Wer darf die Dichtheitsprüfung durchführen?

Dichtheitsprüfungen dürfen nur von zugelassenen Sachkundigen durchgeführt werden. Eine landesweite Liste kann im Internet abgerufen werden über den Link: www.sadipa.it.nrw.de


8. Welche Konsequenzen drohen bei Nichterfüllung?

Wenn ein Grundstückseigentümer seine Abwasserleitungen nicht fristgerecht auf Dichtheit prüfen lässt, stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße bis zu 50.000 € geahndet werden. Falls man die Frist nicht einhalten kann, sollte dies der zuständigen Behörde rechtzeitig mitgeteilt werden, um rechtliche Konsequenzen möglichst zu vermeiden.


9. Wann ist eine Sanierung der Abwasserrohre erforderlich?

Wenn die Prüfung ergibt, dass die Abwasser-Rohre Undichtigkeiten aufweisen, müssen diese entweder saniert oder durch neue ersetzt werden.


10. Welche Sanierungsverfahren gibt es?

Es wird unterschieden zwischen der Rohrerneuerung in offener Bauweise, wobei kostenintensive Erdarbeiten notwendig werden, und der grabenlosen Sanierung im so genannten Inlinerverfahren. Hierbei werden schlauchförmige, mit einem speziellen Harz getränkte Trägermaterialien in den Kanal eingebracht, welche zu einem selbsttragenden System bei gleichzeitiger kraftschlüssiger Verklebung aushärten.


11. Zahlt die Versicherung die Sanierungskosten?

Falls in den Haus- oder Gebäude-Versicherungsverträgen entsprechende Leistungen vereinbart sind werden die Kosten ganz oder teilweise übernommen. Prüfen Sie hierzu bitte Ihre Versicherungsunterlagen.






Wir bieten den kompletten Service aus einer Hand:


  • Kontaktaufnahme mit den zuständigen Behörden zur Klärung der Satzungsvorgaben 


  • Hilfestellung bei Problemen Bestandsaufnahme der Leitungen als Lageplan mit allen relevanten Bauteilen 


  • TV-Untersuchung zur Schadensanalyse mit Videofilmen auf DVD, schriftlichen Untersuchungsberichten und Dichtheitsprotokoll in dem von der Gemeinde vorgegebenen Format


  • Druckprüfung der Leitung nach der vorgeschriebenen Norm 
  • Erstellung eines detaillierten Sanierungskonzeptes 


  • Grabenlose Sanierung von undichten Leitungen im Inliner-Verfahren 


  • Neuverlegung von unterirdischen Rohrleitungen oder Abhängen der Leitungen unter der Decke im Kellerbereich 


  • Neubau von Schächten oder Revisionsöffnungen